Gesundheitsschutz im Ausland ist kein optionaler Luxus – er ist existenziell. Ohne richtige Absicherung können ungeplante Krankenhausaufenthalte zu ruinösen Kosten führen. Die gute Nachricht: Es gibt gute und bezahlbare Lösungen.
Was mit der deutschen GKV passiert
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV): Die GKV ist an den Wohnsitz in Deutschland geknüpft. Mit dauerhafter Abmeldung endet der Versicherungsschutz. Ausnahmen:
- Freiwillige Weiterversicherung: Für begrenzte Zeit möglich, aber teuer
- EU-Koordination: Als EU-Bürger in einem EU-Land haben Sie Anspruch auf das dortige Gesundheitssystem, sofern Sie sich dort anmelden
- EHIC-Karte: European Health Insurance Card gilt für vorübergehende Aufenthalte in EU-Ländern, nicht als Ersatz für dauerhafte Versicherung
Private Krankenversicherung (PKV): Tarife unterscheiden sich stark. Viele PKV-Tarife können mit Zusatzbaustein „Auslandskrankenversicherung" oder „internationaler Schutz" weitergeführt werden. Prüfen Sie Ihren spezifischen Vertrag.
Optionen für Auswanderer
Option 1: Staatliches System im Zielland In EU-Ländern: Wer sich anmeldet und (in manchen Ländern) arbeitet, ist im staatlichen System versichert. Qualität schwankend, aber grundsätzlich zugänglich.
Option 2: Private internationale Krankenversicherung Empfohlen für alle, die nicht im staatlichen EU-System abgesichert sind. Anbieter:
- Cigna Global
- Allianz Care
- AXA International
- GeoBlue (USA-fokussiert)
- April International
Option 3: Lokale private Krankenversicherung In Spanien, Portugal, etc. gibt es sehr günstige lokale Privatversicherungen (Sanitas, AXA España, Fidelidade). Gut als Ergänzung zum staatlichen System. Nicht geeignet als primärer Schutz für medizinische Großereignisse.
Was gute internationale Versicherung abdeckt
Auf folgende Punkte achten:
- Stationäre Behandlung: Krankenhausaufenthalte in voller Höhe
- Ambulante Behandlung: Arztbesuche, Diagnostik
- Notfallevakuierung: Rückflug nach Deutschland bei schwerer Erkrankung
- Chronische Erkrankungen: Vorher klären, ob bestehende Erkrankungen mitversichert sind
- Zahnbehandlung: Oft separat oder eingeschränkt
- Schwangerschaft: Oft mit Wartezeiten
Ausschlüsse prüfen: USA-Abdeckung erhöht Prämien erheblich. Wenn Sie keinen US-Aufenthalt planen, USA ausschließen.
Übergangsphase: Was tun?
In den ersten Wochen nach dem Umzug, bevor alles geregelt ist:
- EHIC-Karte in der Übergangsphase (EU)
- Kurzzeit-Reisekrankenversicherung
- Schnellstmöglich lokale Lösung organisieren
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Was passiert mit meiner deutschen Krankenversicherung nach dem Auswandern?
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) endet grundsätzlich, wenn Sie keinen Wohnsitz mehr in Deutschland haben. Für kurze Übergangszeiten gibt es eine freiwillige Weiterversicherung. Die private Krankenversicherung (PKV) hat andere Regelungen – je nach Tarif kann sie mit internationalem Schutz weitergeführt werden. Der Abwanderungsmonitor behandelt dieses Thema ausführlich im Ratgeber zur Krankenversicherung im Ausland.
Muss ich im Ausland eine Krankenversicherung haben?
In fast allen Ländern ja – entweder gesetzlich verpflichtend oder praktisch unverzichtbar. Für EU-Länder gilt die Koordination der Sozialversicherungssysteme. In Nicht-EU-Ländern ist eine private internationale Krankenversicherung unbedingt empfohlen. Genau diese Empfehlung ist Teil der praktischen Orientierung, die der Abwanderungsmonitor Auswanderern in spe bietet.
Was kostet eine internationale Krankenversicherung?
Je nach Alter, Leistungsumfang und Zielland: 50–400 EUR/Monat. Junge, gesunde Personen mit einfachem Tarif: 50–120 EUR. Familien mit Kindern: 200–500 EUR/Monat. Premium-Schutz mit USA-Abdeckung: deutlich teurer. Solche Kostenspannen sammelt der Abwanderungsmonitor laufend für seine Ratgeber-Reihe zur Auswanderungsvorbereitung.
Anonyme, nicht repräsentative Erhebung · Abwanderungsmonitor Deutschland