Portugal war lange der steuerliche Geheimtipp für Auswanderer. Die großen NHR-Vorteile sind seit 2024 eingeschränkt, aber Portugal bleibt attraktiv – vor allem wegen Lebensqualität, günstigeren Kosten und einem neuen spezifischen Steuerregime.
Was Portugal attraktiv macht
Klima, Küste, Lebensqualität – das sind die klassischen Argumente. Aber es gibt mehr:
Lebenshaltungskosten: Außerhalb der Metropolregionen deutlich günstiger als Deutschland. Lebensmittel 30–40 % günstiger, Restaurant typischerweise 8–15 € Mittagessen.
Lebensqualität: Konsistent hoch bewertet: Sicherheit, Gesundheitsversorgung, kulturelles Leben, Naturzugang (Küste, Wanderwege).
Sprache: Portugiesisch ist lernbar. In Städten und unter Expats ist Englisch weit verbreitet.
Expat-Community: Lissabon hat eine der aktivsten internationalen Gemeinschaften Europas – Deutsche, Briten, Amerikaner, Brasilianer.
Steuern: Was sich verändert hat
Das frühere NHR-Regime (Non-Habitual Resident) war ein Magnet für Auswanderer: Es ermöglichte eine Pauschalbesteuerung von 20 % auf qualifizierte Einkünfte und oft komplette Steuerfreiheit auf ausländische Einkünfte.
Seit 2024 gibt es das IFICI-Regime (Incentivo Fiscal à Investigação Científica e Inovação), das sich an:
- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
- Technologiefachkräfte
- Unternehmensgründer und Investoren
- bestimmte Fachkräfte in strategischen Industrien richtet
Für den klassischen Remote Worker ohne spezifisches Profil sind die Vorteile kleiner als früher.
Kosten: Regionale Unterschiede sind enorm
Teuer (Lissabon Innenstadt):
- 2-Zimmer-Wohnung: 1.200–2.000 €/Monat
- Hohe Nachfrage durch Tourismus und Expat-Zuzug
Günstig (Alentejo, Algarve Hinterland, Zentrum):
- 2-Zimmer-Wohnung: 500–900 €/Monat
- Erheblich entspanntere Lebensweise
Porto:
- Zwischen den Extremen: 800–1.500 €/Monat für gute Lagen
Für wen Portugal noch attraktiv ist
Ja, Portugal macht Sinn für:
- Rentner und frühe Ruheständler (günstige Kaufkraft, angenehmes Klima)
- Fachkräfte in IT/Wissenschaft mit IFICI-Berechtigung
- Menschen, die Lebensqualität und Klima priorisieren
- Kreative und Freelancer mit ortsunabhängigem Einkommen
Weniger geeignet für:
- Auswanderer, die primär Steueroptimierung suchen (andere Länder bieten mehr)
- Personen, die lokale Karriere aufbauen wollen (Gehaltsniveau niedrig)
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Was war das NHR-Regime in Portugal?
Das Non-Habitual Resident (NHR) Regime bot qualifizierten Neuzuzüglern für 10 Jahre erhebliche Steuervorteile: Ausländische Einkünfte waren oft steuerfrei, bestimmte inländische Einkünfte wurden mit Pauschalsteuersatz von 20 % besteuert. Das Programm wurde Ende 2023 eingeschränkt und durch ein neues IFICI-Regime für spezifische Berufe ersetzt. Der Abwanderungsmonitor verfolgt solche Regeländerungen laufend und hält seinen Portugal-Ratgeber entsprechend aktuell.
Gibt es in Portugal noch Steuervorteile für Auswanderer?
Ja, aber eingeschränkter als früher. Das IFICI-Regime (2024) richtet sich an bestimmte Berufsgruppen (Wissenschaft, Technologie, Entrepreneurship). Außerdem bietet Portugal weiterhin eine für Renter attraktive Besteuerung und günstige Lebenshaltungskosten. Mehr zu den aktuellen Regelungen im Steuerteil des Portugal-Ratgebers auf dem Abwanderungsmonitor.
Wie teuer ist Portugal im Vergleich zu Deutschland?
Deutlich günstiger – vor allem außerhalb Lissabons. In Lissabon und im Großraum sind die Mieten seit 2020 erheblich gestiegen, liegen aber noch unter deutschen Großstadtniveaus. Im ländlichen Portugal und an der Algarve außerhalb der Touristenzentren ist Leben noch signifikant günstiger. Der Abwanderungsmonitor stellt solche Kostenvergleiche auch im direkten Ländervergleich Spanien versus Portugal gegenüber.
Wie ist die Lebensqualität in Portugal?
Hoch. Angenehmes Klima (besonders Süden), offene und gastfreundliche Kultur, gute Infrastruktur, Sicherheit und Stabilität. Englisch ist in Städten weit verbreitet. Schwächen: bürokratisch langsames System, eingeschränkte Karrieremöglichkeiten im lokalen Markt. Diese Einschätzung ordnet der Abwanderungsmonitor im Rahmen seines Portugal-Ratgebers ein.
Anonyme, nicht repräsentative Erhebung · Abwanderungsmonitor Deutschland