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Remote Arbeit im Ausland – der einfachste Weg zum Auswandern

Remote Work macht Auswandern einfacher als je zuvor. Was Sie vorbereiten müssen, welche Länder am besten funktionieren und welche Fallstricke Sie kennen sollten.

·ca. 4 Min. Lesezeit
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Remote Work ist für viele der Türöffner zur Auswanderung: Man muss keinen neuen Job finden, kein Netzwerk neu aufbauen – man nimmt die Arbeit einfach mit. Aber steuerlich, vertraglich und organisatorisch gibt es einiges zu klären.

Warum Remote Work und Auswandern so gut zusammenpassen

Wer im Büro arbeiten muss, braucht einen Job im Zielland. Das bedeutet: neue Sprache, neues Netzwerk, oft niedrigeres Gehalt als in Deutschland – und viel Vorlaufzeit.

Wer remote arbeitet, hat das nicht. Das Gehalt bleibt (vorerst), der Arbeitgeber bleibt, der Lebensstandard bleibt. Was sich ändert: der Wohnort, das Klima, die Lebensqualität.

Für viele IT-Fachkräfte, Berater, Texter und andere Wissensarbeiter ist das die Eintrittskarte in eine neue Welt – ohne den vollen Neustart.

Schritt 1: Mit dem Arbeitgeber klären

Für Angestellte ist das der erste und wichtigste Schritt. Viele Unternehmen erlauben Remote Work im Ausland, aber mit Einschränkungen:

  • Bis zu 30–90 Tage pro Jahr ohne bürokratischen Aufwand (häufigste Regelung)
  • Dauerhafter Auslandsaufenthalt erfordert meist eine formale Vereinbarung oder lokale Beschäftigung
  • Manche Unternehmen verbieten es komplett aus Compliance-Gründen

Fragen Sie konkret nach: Hat das Unternehmen eine Remote-Work-Policy für Auslandsaufenthalte? Welche Länder sind erlaubt?

Schritt 2: Die richtige Visumstrategie wählen

Je nach Situation gibt es unterschiedliche Wege:

Als Angestellter:

  • Kurzfristig (bis 90 Tage in den meisten Ländern): Touristenvisum reicht
  • Längerfristig: Digital Nomad Visa (falls vom Arbeitgeber erlaubt), Aufenthaltserlaubnis im Zielland, oder Wechsel zu Freelance

Als Selbstständiger oder Freiberufler:

  • Digital Nomad Visa ist die cleanste Lösung
  • Viele Länder haben inzwischen eigene Programme aufgelegt

Relevante Digital Nomad Visa:

LandVisaMindesteinnahmen
SpanienDigital Nomad Visa~2.300 EUR/Monat
PortugalD8 Visa~3.040 EUR/Monat
Deutschland (für Rückkehr)Freiberufler-Visumindividuell
GeorgienRemotely from Georgiakeine
KroatienDigital Nomad Aufenthalt~2.539 EUR/Monat

Schritt 3: Steuerliche Situation verstehen

Das ist der Teil, den die meisten Remote Worker unterschätzen.

Szenario A: Sie arbeiten vorübergehend aus dem Ausland (< 6 Monate/Jahr) Ihr steuerlicher Wohnsitz bleibt in Deutschland. Sie bleiben unbeschränkt steuerpflichtig. Das Ausland hat in der Regel kein Besteuerungsrecht.

Szenario B: Sie verlegen Ihren Wohnsitz dauerhaft ins Ausland Deutsche Steuerpflicht endet (mit Ausnahmen bei deutschen Einkunftsquellen). Das neue Wohnsitzland besteuert Ihr Welteinkommen. Das DBA regelt Überschneidungen.

Praktische Warnung: Wer dauerhaft im Ausland lebt, aber den deutschen Wohnsitz nicht abmeldet, riskiert in beiden Ländern voll steuerpflichtig zu sein.

Schritt 4: Organisation und Infrastruktur

Remote Work aus dem Ausland erfordert etwas Infrastrukturplanung:

Bankkonto: Viele deutsche Banken schließen Konten bei dauerhaftem Auslandswohnsitz. Eröffnen Sie rechtzeitig ein Konto im Zielland oder nutzen Sie eine internationale Neobank (Wise, Revolut, N26 Global).

Krankenversicherung: Mit Aufgabe des deutschen Wohnsitzes endet der GKV-Schutz. Sie benötigen eine private Auslandskrankenversicherung oder werden im Zielland versichert.

Zeitzone und Erreichbarkeit: Bei Zielländern mit größerem Zeitunterschied (USA, Asien) klären Sie mit dem Arbeitgeber, welche Kernzeiten gelten müssen.

Steuernummer im Ausland: Sobald Sie im neuen Land ansässig sind, benötigen Sie eine lokale Steuernummer und müssen sich dort registrieren.

Die beliebtesten Remote-Work-Ziele für Deutsche

Spanien ist das meistgenannte Zielland unter deutschsprachigen Remote Workern: Digital Nomad Visa, gutes Klima, günstigere Mieten als Deutschland, europäische Zeitzone. Nachteil: Bürokratie und Sprachbarriere.

Portugal hat mit dem D8 Visa eine saubere Lösung, Lissabon ist teurer geworden, aber Porto und der Alentejo bieten noch gute Preise. Steuerprogramm für Neue Einwohner (NHR) wurde eingeschränkt, aber Alternativen gibt es.

Die Schweiz ist kein Digital-Nomad-Ziel im klassischen Sinne, aber für Grenzgänger oder Personen mit Schweizer Arbeitsvertrag attraktiv: hohes Gehalt, kurze Wege nach Deutschland, wenig Bürokratie.

Georgien bietet null Bürokratie beim Einreisen, keine Einkommenssteuer für Auslandseinnahmen, sehr niedrige Lebenshaltungskosten – ideal für vollständig selbstständige Remote Worker.

Was Remote Work im Ausland nicht löst

Remote Work macht den Einstieg leichter – aber es ist kein Dauerzustand für alle. Wer dauerhaft im Ausland leben will, muss irgendwann:

  • Entweder lokal steuerpflichtig werden
  • Oder das Leben vollständig auf das neue Land ausrichten
  • Oder zwischen beiden Welten pendeln – mit den damit verbundenen Kosten und Einschränkungen

Viele Remote Worker starten so und wandern dann vollständig aus. Andere merken, dass das Provisorium doch nicht für sie funktioniert, und kehren zurück. Beides ist ein legitimes Ergebnis.

Häufige Fragen

Darf ich als Angestellter einfach ins Ausland ziehen und remote arbeiten?

Nicht ohne Absprache mit dem Arbeitgeber. Für das Unternehmen entstehen bei längerem Auslandsaufenthalt potenzielle steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Risiken. Viele Arbeitgeber erlauben Remote Work im Ausland bis zu 30–90 Tage pro Jahr, dauerhaftes Arbeiten aus dem Ausland erfordert in der Regel eine gesonderte Vereinbarung. Der Abwanderungsmonitor stuft diese Rücksprache als einen der wichtigsten ersten Schritte bei der Auswanderungsplanung ein.

Was ist ein Digital Nomad Visa und wer braucht es?

Ein Digital Nomad Visa erlaubt das legale Arbeiten für ausländische Auftraggeber oder Arbeitgeber aus einem anderen Land heraus. Es richtet sich an Selbstständige und Freiberufler, die dauerhaft aus dem Ausland arbeiten wollen. Angestellte benötigen oft eine andere Lösung (Entsendevereinbarung oder lokaler Arbeitsvertrag). Der Abwanderungsmonitor vertieft die Visa-Optionen für Remote Worker in einem eigenen Ratgeber.

In welchem Land zahle ich Steuern, wenn ich remote im Ausland arbeite?

Das hängt von Ihrem steuerlichen Wohnsitz, der Aufenthaltsdauer und dem Doppelbesteuerungsabkommen mit dem jeweiligen Land ab. Wer seinen Wohnsitz konsequent ins Ausland verlegt, zahlt primär dort Steuern. Arbeitstage, die physisch in Deutschland verbracht werden, können anteilig in Deutschland steuerpflichtig bleiben. Diese steuerliche Einordnung greift der Abwanderungsmonitor in seinem Ratgeber zu Remote Work im Ausland detailliert auf.

Wie viele Tage darf ich als Remote Worker aus dem Ausland arbeiten, ohne Steuerpflicht auszulösen?

Die 183-Tage-Regel ist eine häufig genannte Faustformel, aber sie gilt nicht einheitlich für alle Länder und alle Einkunftsarten. Manche Länder lösen Steuerpflicht bereits früher aus. Klären Sie das konkret für Ihr Zielland mit einem Steuerberater. Der Abwanderungsmonitor warnt in seinem Ratgeber ausdrücklich davor, sich allein auf diese Faustformel zu verlassen.

Anonyme, nicht repräsentative Erhebung · Abwanderungsmonitor Deutschland